Nachricht an die Redaktion

    Ihre Nachricht an uns


    Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

    Vorsorgemappe

    Newsletter abonnieren & kostenlose Vorsorgemappe anfordern.

    DIA Update

    Abonnieren Sie den kostenlosen
    Newsletter des DIA.

    Private Altersvorsorge

    In die eigenen Hände genommen: So schließt sich die Rentenlücke.

    Private Altersvorsorge | 14.5.2019 Drucken

    Was bremst den Einstieg ins Wohneigentum?

    Obwohl die Bedingungen für den Erwerb von Wohneigentum wegen der niedrigen Zinsen nach wie vor günstig sind, sinkt die Zahl der Ersterwerber. Außerdem werden die Käufer beim Einstieg ins Wohneigentum immer älter. Daran sind nicht nur die gestiegenen Immobilienpreise schuld.

    Diese Schlussfolgerungen ziehen die Autoren des Accentro IW-Wohnkostenreports 2019. Sie haben dazu Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) ausgewertet.

    ImmobilienDiese jährliche Haushalts- und Personenbefragung umfasst auch den Erwerb von Wohneigentum. Die meisten Immobilien, das verwundert zunächst nicht, werden in kleineren Gemeinden erworben. Dort ist die Wohneigentumsquote ohnehin höher als in den Großstädten. Im deutschlandweiten Durchschnitt lag sie in Gemeinden mit 100.000 bis 500.000 Einwohnern bei 35 Prozent. In den Metropolen mit mehr als 500.000 Menschen betrug diese Quote sogar nur 28 Prozent. In den kleinen Gemeinden und Dörfern wohnen dagegen zwei Drittel der Einwohner im Eigentum, in den mittelgroßen ist es die Hälfte, so die Auswertung im IW-Wohnkostenreport.

    Niedrige Zinsen bewirkten keine Ausweitung

    Auffällig sei aber, dass die Zahl der Ersterwerber sinkt. Die Schlussfolgerung der Autoren: Nur wenige Haushalte können die günstigen Finanzierungsbedingungen für einen Immobilienkauf nutzen. Der Rückgang ist aber nicht in den Großstädten zu suchen. Dort ist der Anteil der Ersterwerber ohnehin gering und seit 1990 annähernd konstant. Vor allem die sinkende Zahl von Ersterwerbern auf dem Lande hat zu der beobachteten Entwicklung geführt. Der Wohnkostenreport erklärt dies auch mit dem negativen Wanderungssaldo der kleineren Gemeinden an die größeren kreisfreien Städte. Mit Ausnahme eines kurzen Anstiegs der Ersterwerberzahlen zu Beginn der 2010er Jahre haben die historisch niedrigen Zinsen also nicht zu einer Ausweitung des Wohneigentums geführt.

    Haushalte entscheiden sich immer später

    Dazu kommt ein weiterer Trend: Der Einstieg ins Wohneigentum erfolgt immer später. Zudem sind die Ersterwerber in den Großstädten älter als in den kleineren Gemeinden, im Durchschnitt etwa 2,5 Jahre. Das wiederum könnte im Zusammenhang mit einem anderen Trend stehen, den die Immobilienexperten des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) ausgemacht haben: Haushalte, die zum ersten Mal Wohneigentum bilden, besitzen heute durchschnittlich höhere Einkommen als früher. Vor allem seit 2012 ist dieser Trend zu beobachten. Verglichen wurde dazu das reale, also preisbereinigte Netto-Haushaltseinkommen der Ersterwerber. 2017 betrug es 3.100 Euro. Im langjährigen Durchschnitt der Jahre 1990 bis 2017 waren es hingegen nur 2.900 Euro.

    Hohe “Eintrittskosten” halten weniger Vermögende ab

    Diese Entwicklungen seien nur auf den ersten Blick überraschend, heißt es im Wohnkostenreport. So sind zwar die Finanzierungskosten, sprich die Darlehenszinsen, gesunken, im Gegenzug stiegen aber die “Eintrittskosten”. Gemeint sind die Erwerbsnebenkosten für den Notar, die Grundbucheintragung, den Makler und die Grunderwerbssteuer sowie das erforderliche Eigenkapital. Sie hängen vom Kaufpreis ab und können nicht mit finanziert werden. Mit den Erwerbsnebenkosten, die je nach Bundesland bis zu 15 Prozent des Kaufpreises ausmachen können, erschwere Deutschland im Vergleich zu den Nachbarstaaten wie den Niederlanden oder den skandinavischen Ländern erheblich den Zugang zu Wohneigentum.

    So hänge der Eigentumserwerb zunehmend davon ab, dass die Haushalte bereits über Vermögen verfügen oder die Eltern in der Lage sind, Geld zu leihen. “Somit wird gerade Haushalten mit geringem oder mittlerem Einkommen die Chance auf den Eigentumserwerb und damit auf die Vermögensbildung genommen und die Vermögensungleichheit steigt”, schreiben die Autoren der Studie.

    Nachricht an die Redaktion

    Senden Sie Hinweise, Lob oder Tadel zu diesem Artikel an die DIA Redaktion.

    Nachricht an die Redaktion

    Haben Sie Anmerkungen oder Fragen zu diesem Beitrag? Schreiben Sie uns gern! Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

      Ihre Nachricht an uns


      Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

      Artikel teilen

        Ihre Nachricht am den Empfänger (optional)
        Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

        Ausgewählte Artikel zum Thema
        Wohnen

        Wer wohnt preiswerter: Mieter oder Eigentümer?

        Wohneigentum ist in den meisten deutschen Kreisen attraktiver als das Wohnen zur Miete. Eigentümer bleiben weiterhin im Vorteil, auch wenn ihre Wohnkosten wegen steigender Immobilienpreise und nicht weiter sinkender Zinsen mittlerweile zunehmen. Diese Einschätzung trifft der Wohnkostenreport 2019, den das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln im Auftrag der Accentro Real Estate AG erstellt […]

        Artikel lesen
        Wohnen

        Die Legende vom preiswerten Umland

        Der Immobilienboom treibt vor allem die Preise in den Großstädten in die Höhe und potentielle Erwerber ins Umland, weil dort Immobilien noch preiswert sind. So lautet eine gängige Annahme. Doch das stimmt so nicht. Das nähere Umland um die Metropolregionen ist sogar noch unvorteilhafter als die Städte selbst. Das zeigt eine Auswertung von tatsächlich abgeschlossenen […]

        Artikel lesen
        Wohnimmobilien_zur_Altersvorsorge

        Immobiliennutzung: Deutschland wohnt zur Miete

        Eigentumsbildung mit und Nutzung von eigenen Immobilien erscheint vielen Deutschen eher unattraktiv – europaweit sind wir da eine große Ausnahme. Hohe Kaufpreise, niedrige Mietrenditen und mitunter auch veränderte Lebensentwürfe führen dazu, dass der Anteil an selbstgenutzten sowie vermieteten Immobilien hierzulande nach wie vor stagniert. Das zeigt der gerade veröffentlichte Deloitte Property Index 2017, der sich […]

        Artikel lesen