Nachricht an die Redaktion

    Ihre Nachricht an uns


    Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

    Vorsorgemappe

    Newsletter abonnieren & kostenlose Vorsorgemappe anfordern.

    DIA Update

    Abonnieren Sie den kostenlosen
    Newsletter des DIA.

    Demographie

    In die Zukunft geschaut: So altert und schrumpft unser Land.

    Demographie | 9.11.2017 Drucken

    Generationenhilfe per App vermittelt

    Generationen verbinden – mit diesem Anspruch treten sechs junge Frauen und Männer an. Ihr Werkzeug: eine App zur Organisation der Nachbarschafts- und Generationenhilfe. Ihr Prinzip: das Ehrenamt modernisieren.

    Die Idee an sich ist nicht neu. Auch anderenorts bemühen sich sozial engagierte Bürger um Austausch und Hilfe zwischen den Generationen. „Doch diese haben ein Problem: Das klassische Ehrenamt ist für die junge Generation einfach zu sperrig. Junge Menschen wollen sich nicht mehr verbindlich zu festen Zeiten engagieren. Sie suchen stattdessen Flexibilität und Individualität“, meint Paul Zenker, einer der Gründer von CommuniCare e.V. Dieser Verein ist die Basis für ihr neues Konzept. 2016 wurde er gegründet. Inzwischen ist er als gemeinnützig anerkannt.

    Die Ausgangssituation bei CommuniCare ist nicht anders als bei ähnlichen Nachbarschaftsinitiativen. Studenten, Auszubildende und Schüler zeigen Bereitschaft, ältere Menschen zu unterstützen. Auf der anderen Seite benötigen Senioren, die sich einsam fühlen, Hilfe bei kleineren Aufgaben des täglichen Lebens oder auch nur Gesellschaft. Bei CommuniCare geht es ausdrücklich nicht um Menschen, die professionelle Pflege benötigen. Das können die Mitglieder des Vereins gar nicht leisten.

    Ungewohnter Weg der Anbahnung

    Bei der Vermittlung dieser temporären Partnerschaften will CommuniCare einen bislang ungewohnten Weg gehen. „Junge Leute nutzen moderne Medien, Senioren greifen gewöhnlich zum Telefon. Genau hier setzen wir an“, beschreibt Zenker das Vorgehen. Für die Kommunikation mit den Volunteers, so die Bezeichnung für die jungen Helfer, wurde eine Smartphone-App entworfen. Die Kommunikation der Senioren hingegen verbleibt bei den schon etablierten Vereinen und Gruppen zur Nachbarschaftshilfe.

    CommuniCare wirbt junge Menschen, die sich für soziales Ehrenamt interessieren. Inzwischen haben sich etwa 50 Interessenten gefunden. Sie stammen vor allem aus dem Umfeld der Schule, an der die sechs Gründer bis vor kurzem lernten. Dort entstand auch die Idee zu ihrem Projekt. Inzwischen ist der Prototyp für die App mit den Grundfunktionen entwickelt und steht für die Nutzung zur Verfügung.

    Schulung auf der Online-Plattform

    Für die Organisation der Hilfe wurden Regeln festgelegt. Bevor es zu einem Einsatz kommt, werden die Vereinsmitglieder über eine Online-Lern-Plattform geschult und zertifiziert. Dadurch und durch die Zwischenschaltung bekannter Einrichtungen der Nachbarschaftshilfe entsteht Vertrauen bei den älteren Menschen. Deren Anfragen werden in die Online-Datenbank von CommuniCare eingetragen. Anschließend gehen sie per App an eine definierte Anzahl in der Nähe lebender und von einem Filter vorausgewählter und daher passender Volunteers von CommuniCare. Diese lesen auf ihrem Smartphone diese Push-Nachricht und entscheiden, ob sie helfen können. Klicken sie auf den Button „annehmen“, erhält der Senior die genaueren Daten wie Adresse und Telefonnummer. Damit ist das Zusammentreffen arrangiert.

    Technik-Klippe umschifft

    Diese Kombination von „alter“ und „neuer“ Welt räumt eine Klippe aus dem Weg, die den Einsatz von Apps in der Generationenhilfe bislang behinderte: Ältere Menschen gehen weit weniger souverän mit solchen Medien um. Mit den Jahren mag sich das ändern, aber heute darf man sicherlich noch nicht erwarten, dass Senioren einfach mal eine App aufs Smartphone laden, um Hilfe beim Einkauf zu bekommen.

    Die Volunteers bei CommuniCare erhalten eine symbolische Aufwandsentschädigung von fünf Euro pro Stunde. Sie ist nicht als Bezahlung gedacht, sondern soll zum Beispiel Studenten animieren, ihre begrenzte Zeit nicht zum Jobben, sondern für soziales Engagement zu nutzen. Die Aufwandsentschädigung zahlt nicht der Senior, sondern kommt von CommuniCare. Der Verein finanziert sich durch Spendengelder regionaler Unternehmen, privater Spender und sozialer Stiftungen. Die Gründer haben bereits die Bereitschaft lokaler Unternehmen zur Unterstützung sondiert und sind durchaus auf nennenswerte Bereitschaft gestoßen. Durch Verzögerungen bei der Vereinseintragung und Erteilung der Gemeinnützigkeit kam es allerdings noch nicht zu Vereinbarungen mit interessierten Firmen. Ohnehin stehen die Gründer im Augenblick vor einer Herausforderung. Nach dem Ende der Schulzeit gehen sie getrennte Wege, einige sind vorübergehend im Ausland. Aber sie haben den festen Willen, mit CommuniCare ein Vorbild für die Generationenhilfe deutschlandweit zu schaffen.


    CommuniCare ist ein Projekt, das im Rahmen der DIA-Zukunftswerkstatt eingereicht worden ist. Dieser Wettbewerb wurde noch einmal bis zum Ende des Jahres verlängert. Anschließend wird der jeweils beste Vorschlag in den drei Kategorien prämiert.

    Nachricht an die Redaktion

    Senden Sie Hinweise, Lob oder Tadel zu diesem Artikel an die DIA Redaktion.

    Nachricht an die Redaktion

    Haben Sie Anmerkungen oder Fragen zu diesem Beitrag? Schreiben Sie uns gern! Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

      Ihre Nachricht an uns


      Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

      Artikel teilen

        Ihre Nachricht am den Empfänger (optional)
        Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

        Ausgewählte Artikel zum Thema
        Männer Frauen Bevölkerung

        DIA-Zukunftswerkstatt für junge Entdecker

        Bis zur Mitte des Jahres läuft ein Ideenwettbewerb für junge Entdecker, der sich mit der demografischen Entwicklung in Deutschland beschäftigt. Unter dem Dach der DIA-Zukunftswerkstatt werden Vorschläge und Beobachtungen gesammelt, wie das Zusammenleben der Generationen in einer alternden Gesellschaft organisiert werden kann. Deutschland altert und schrumpft. Auf den Dörfern verschwinden Läden, Arztpraxen, Bushaltestellen und Sparkassenfilialen. […]

        Artikel lesen

        Seniorenolympiade mit vielen Siegern

        Vor mehreren Monaten hatte das DIA junge Menschen aufgerufen, Ideen, Projekte und Beobachtungen zum Miteinander der Generationen aufzuspüren. Von einer Seniorenolympiade, die viele Sieger hatte, berichtet Lars Hubert, Schüler am Spessart-Gymnasium Alzenau, im Rahmen dieses Wettbewerbs. Die Seniorenolympiade war Teil eines Projektes im P-Seminar “Jung und Alt gemeinsam aktiv”, das bereits zum dritten Mal an […]

        Artikel lesen
        Gemeinsame Ideensuche in der Zukunftswerkstatt

        Einladung in die DIA-Zukunftswerkstatt

        Wo und wie findet man die Zukunft? Zum Beispiel in Eisenberg und Betzdorf. In diesen beiden Gemeinden läuft seit Kurzem ein interessantes Experiment: Sie wandeln sich zu digitalen Dörfern. Gemeinsam mit Wissenschaftlern gehen die Bewohner dieser Orte der Frage nach, wie das Leben in einem alternden Land anders gestaltet werden kann. Das Deutsche Institut für […]

        Artikel lesen